42 – Mappe der Gegenwart

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Notes d’édition

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Fiche technique: 
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Texte d’introduction Original

KUNST OHNE GEGENWART LEBT NICHT. Als Manet von der Malerei vor allem „Contemporanéite“, zeitgenössisches Empfinden, verlangte, sprach der Instinkt eines gesunden Menschen. Die Forderung war damals neu, selbst in Frankreich, wo man immer am wenigsten gegen sie gesündigt hat. Das Bewußtsein ging nach anderen Idealen. Dasselbe Paris, das seit siebzehnhundertneunundachtzig der Welt alle Revolutionen vormachte, trieb unter David und Ingres, unter seinen stärksten Persönlichkeiten einen hemmungslosen Kult der Vergangenheit. Wäre es nach dem Willen der Begeisterten gegangen, hätte der Gegenwart der Platz gefehlt. In dem Bewußtsein der Delacroix und Corot überwog das Bedürfnis nach Tradition, und wenn Courbet vom Können sprach, dachte er an die alten Meister. Es entgeht uns nicht, daß gerade darin die Größe dieser Menschen beruht. Sie waren viel zu rund, zu sicher ihrer Lebendigkeit, zu voll von Aktion, um sich ins Vergangene zu verlieren. Die Deutschen verführte derselbe Enthusiasmus zur Gedankenblässe, die Engländer wurden Archaisten. Dies verschuldete nicht die Vergangenheit, sondern das ungenügend entwickelte Empfindungsvermögen der Lebenden.—Im Grunde bedeutet, wir spüren es heute, die allzu betonte Forderung Manets eine Schwächung der Fülle des französischen Genius. Wäre es Bach oder Mozart eingefallen, dergleichen auszusprechen? Oder dem jungen Goethe? Sobald die Empfindung schöpferisch wurde, mußte sie auch die Gegenwart mit umfassen. Selbständigkeit gab es nicht ohne sie, aber der Anstand der Selbständigkeit bedingte Verbindung des Gegenwärtigen mit dem Überkommenen. Und nicht nur der Anstand, sondern ein ganz elementares Gefühl: Liebe. Ja, Manet war viel Energie, die Energie des modernen Ellbogen-Menschen. Er liebte weniger, als er jene Forderung aussprach. Der Maler der Zeit der Olympia und des Déjeuner sur l’herbe, zwei von Gegenwart brünstige Bilder, zwei von Tradition getragene Monumente, hat sie nicht ausgesprochen. Er muß das Wort gesagt haben, als der Impressionismus ihn bezwang. Er spitzte sich zu, wurde einseitig und aktuell. Von da an datiert der Niedergang. Wir spüren in dem späteren Menzel die ganze voraussetzungslose Kahlheit des von irgendwoher in die Welt geschneiten Künstlers, eines Globe-Trotters, der nichts besseres zu tun findet, als die Dinge aufzuzeichnen, die er nicht mehr umfassen kann. Courbet wird unerträglich, wo er seine Contemporanéité heraussteckt, und der Impressionismus ist eine Angelegenheit revolutionärer Spießer.
Das Neue zuckt und züngelt in jedem Menschen von Energie. Wer möchte nicht erfinden? Alles ist zu erfinden. Man braucht nur das gegebene Instrument beiseite zu lassen und auf irgend einem Blech zu trommeln. Wer beweist mit zweimalzwei, daß das Blech nicht angenehm vibriert? Nur verschwindet unter dem Druck solcher Einstellung der Held aus der Kunst. Die Helden in unserer Zeit sind immer nur Kämpfer für die anderen gewesen, die Sich-selbst-Vergesser, die sich unterwerfen. Während die Wogen über sie hingingen, hielten sie immer noch wie ein heiliges Kreuz die Überlieferung über ihren Häuptern. Nur so, nie anders wollten sie leben! So Marées, so van Gogh, so Cézanne, so Delacroix.
Aktualität ist das Mädchen an der Ecke. Natürlich brauchen wir stets neues Futter für die Sinne. Der Sensualismus befruchtet unsere besten Energien. Es handelt sich nicht darum, ihn zu unterbinden. Man soll ihn steigern in alle Himmel. Die ganze Welt soll mittun, wenn wir lieben. Die Leute, die im Dunkel dem Mädchen an der Ecke nachlaufen, heute die, morgen jene nehmen, nehmen keine, lieben schlecht, haben wenig raffinierten Appetit, begnügen sich mit der Haut und lassen das beste liegen.
Die Aktualität bedroht die Kunst der Gegenwart. Vielleicht möchte man mit aller Kraft das Reale lieben, aber traut sich nicht. In Frankreich wütet die Skepsis. Die Nachfolger der Renoir und Cézanne sind stille Leute geworden. Man schleicht, wo früher der Schritt der Säer dröhnte. Auch der Tam-Tam der Aktualität ging vorüber. Man möchte seine Ruhe haben. Die Meister des Paris von heute sind wohlerzogene Leute von Geschmack. Der Einfall weckt verborgene Reize. Man möchte am liebsten die Eigenart, die früher gar zu laut hantierte, verstecken und nur noch Diener einer Übereinkunft sein, die lediglich durch die Schwäche der Teilnehmer besteht. Gewiß wollen wir diese zarten Empfindsamen nicht missen. In dünner Luft gaukelt immer noch eine Fata-Morgana des alten Paris und lockt und lächelt mit Anmut. Beinahe möchte man ihnen glauben. Intellektuell stimmt alles. Eine Kleinigkeit, unnennbar, fehlt, ein Naturlaut, der dieser Gegenwart zeugende Kräfte, die Überzeugungskraft, geben könnte. Die meisten lieben nur noch mit dem Kopfe.
In den anderen Ländern brodelt der Most. Für sie ist das Nachlassen des westlichen Gestirnes Zeichen des Anfangs oder neuen Beginnens. Man konnte Paris nicht folgen, nun will man’s allein versuchen. Also heißt es, nur mit der Gegenwart bauen. Die Vergangenheit liegt wie eine längst abgestreifte Haut irgendwo im Winkel, höchstens für Maskeraden geeignet. Man will keine Masken. Viele Kräfte rühren sich. Sie erwecken den Anschein, einen Bau ohne Mörtel aufführen zu wollen. Viele fangen beim Dach an. Aber man rührt sich. Diese Zeit ist allen Dingen förderlicher als der Kunst, und wer in ihr Anlaß für den Dienst der Musen gewinnen will, muß guten Willen und geschärfte Sinne haben. Man geht auf Jagd nach der Kunst. Aus einem Hinterhalt wird sie erlegt. Gute Schützen bringen wertvolle Stücke zur Strecke. Alle möglichen Jagdgewehre werden benutzt; Berechnung, exotische Perversitäten, Zynismus. Manche Mittel würden sich besser für den Literaten eignen, der immer noch, wenn die anderen leer ausgehen, auf seine Kosten zu kommen vermag. Die Kunst kann nicht von Negation leben. Doch bleibt keine Wahl. Die Gegenwart der Welt ist die Dekomposition der Vergangenheit. Kunst ohne Vergangenheit lebt nicht. Die Menschheit geht in einen neuen Zustand über. Diesen Übergang hat die Kunst, der empfindlichste Messer, schon zu einer Zeit angezeigt, als die modernen Kategorien noch von keiner Unruhe erfaßt waren, und es gab große Menschen, die ihr Genie daran setzten, um ihn zu verhindern. Doch vermögen Künstler, und wären sie eitel Delacroix und Marées, solche Entwicklungen dauernd so wenig zu bekämpfen, wie dem Astrologen Einfluß auf die Sterne zusteht. Das neunzehnte Jahrhundert hatte die Kunst, die es nicht verdiente. Die Erschütterung der Welt legte das Genie bloß, und es kam zu der heroischen Epoche der Malerei. Heute haben wir die Kunst, die wir haben können. Noch immer ist sie, verglichen mit den Regungen der Menschheit, höchst merkwürdig und wird dem nächsten Geschlecht ein Maximum bedeuten. In Frankreich überwiegt das Angenehme den Nutzen, und in den anderen Ländern mag das Erstaunen über das Merkwürdige der Erscheinungen den Genuß übertreffen. Hier wurde die Kunst gesammelt, die sich nicht nach Doktrinen und Richtungen, sondern nach Erlebnissen qualifiziert. Diese haben wir immer dankbar und mit Würde zu empfangen.

VERZEICHNIS DER BLÄTTER
1. Ferdinand Hodler +. . Wandelnde Frau („Empfindung“) . Blei
Schweiz Besitzer E. Richard Bühler, Winterthur
2. Felix Vallotton + . . . Fische. . . . . . . . . . . . . . . . Kohle
Schweiz Besitzer Dr. A. Hahnloser-Bühler, Winterthur
3. Paul Gauguin + . . . . Idyll in Tahiti . . . . . . . . . . . . Pastell
Frankreich Besitzer Daniel de Monfreid, Paris
4. Aristide Maillol . . . . Frauenakt . . . . . . . . . . .. . . . . . Kohle
Süd-Frankreich Besitzer Roger Fry, London
5.Derselbe . . . . . . . . . .. Liegender Frauenakt . . . . . .. . . . . Kohle
Besitzer Dr. A. Hahnloser-Bühler, Winterthur
6. Odilon Redon +. . . . Märchen . . . . . . . . .. . . . . . . . . Aquarell
Frankreich Besitzer E. Richard Bühler, Winterthur
7. Pierre Bonnard . . . . Stehender Mädchenakt . . . . . . . Kohle
Frankreich Besitzer Dr. A. Hahnloser-Bühler, Winterthur
8. Edouard Vuillard . . Interieur . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Blei
Frankreich Besitzer E. Richard Bühler, Winterthur
9. Jean Marchand . . . . Provencer Landschaft . . . .. . . . . . Feder
Frankreich Besitzer P. M. Turner, London
10. Henri Rousseau +. . Stickendes Mädchen im Freien . . .. Blei
Frankreich Besitzer Jastrebzoff, Paris
11. Derselbe …… Sitzender junger Mann im Freien. . Blei
Besitzer Jastrebzoff, Paris
12. Derselbe …… Kinder auf einer Terrasse. . . . . .. .. Blei
Besitzer Jastrebzoff, Paris
13. Henri Matisse … Landschaft . . . . . . . . . . . . . Aquarell
Frankreich Besitzer P. M. Turner, London
14. Derselbe …… Sitzendes Mädchen. . . . . . . . . . Feder
Besitzer Der Künstler
15. Derselbe …… Blick vom Balkon. . . .. . . . .. . . Feder
Besitzer Der Künstler
16. Henri Manguin . . . Blumenstilleben. . . . . . . . . . .Aquarell
Frankreich Besitzer Dr. E. Hahnloser, Zürich
17. Andrè Derain. . . . . .Frauenstudie. . . . . . . . . . . . .. Aquarell
Frankreich Besitzer Der Künstler
18. Derselbe …… Felsenlandschaft . . . . . . . . . . Aquarell Besitzer Der Künstler

19. Pablo Picasso ….Flußgöttin….. … ……Feder
Spänien Besitzer Der Künstler .
20. Derselbe …… Mädchen a.d.Quelle: Kohle, färb.Kreide
Besitzer Der Künstler
21. Georges Braque. . . .Liegender Frauenakt . . Aquarell, Kohle
Frankreich Besitzer Der Künstler
22. Georges Rouault . . Frauenstudie:Aquarell,schwarze Tusche
Frankreich Besitzer Roger Fry, London
23. Maurice deVlaminck: Stilleben… ……….Aquarell
Frankreich Besitzer Galerie Flechtheim, Berlin
24. A. Dunoy er de Segonzac: Sitzendes Mädchen……Feder
Frankreich Besitzer P. M. Turner, London
25. Edvard Munch . . . .Frauenakt ….. … …. . . . . . ..Aquarell
Norwegen Besitzer Christian Mustad, Kristiania
26. Roger Fry . . . … . . Landschaft bei Vaison (Provence). Kohle
England Besitzer Der Künstler
27. Duncan Grant . … Dame am Fenster……. . . ….Aquarell
England Besitzer Glive Bell, London
28. Marc Chagall . . . . .Geigender Jude…… …. . …Aquarell
Rußland Besitzer Galerie Lutz, Berlin
29. Ernst Barlach . . . . Prometheus …… …. .. . . .. . ….Kohle
Deutschland Besitzer Paul Cassirer, Berlin
30. Wilhelm Lehmbruck +: Orpheus und Euridice . Aquarell, Feder
Deutschland Besitzer Frau Lehmbruck, München
31. Karl Hofer……. . . . . . .Frauenköpfe …… …… . . . ..Tusche
Deutschland Besitzer Der Künstler
32. Max Beckmann…. . .Operation…… ….. … . . . . . . .. Kohle
Deutschland Besitzer Reinhard Piper, München
33 Derselbe…… . . . .. . . . .Liegender Frauenakt. . . . . . . . Blei
Besitzer Reinhard Piper, München
34. Max Pechstein … . . .Frauenakt…… ….. . .. . . .. . .. Tusche
Deutschland Besitzer Städelsches Institut, Frankfurt a. M.
35. Oskar Kokoschka..
Liegendes Mädchen . . . Aquarell, Kohle Österreich
Besitzer Hugo Erfurth, Dresden

36. Franz Marc + …. . .Liegender Steinbock…. .. . . . .. Aquarell
Deutschland Besitzer H. v. Garvens, Garvensburg b. Hannover
37. Rudolf Großmann.. . .Junge Berlinerin…. ….Aquarell
Deutschland Besitzer Städtische Sammlungen, Düsseldorf
38. Erich Heckel . . . . . . . Berglandschaft……….Aquarell
Deutschland Besitzer Der Künstler
39. Paul Klee. . . . . . . . . . Moribundus…………Aquarell
Deutschland Besitzer Der Künstler
40. Julius Pascin . … . . . .Karussell …………..Aquarell
Rumänien Besitzer Der Künstler
41. Preston Dickinson. . . . Brücke in New-York…….Aquarell
Vereinigte Staaten Besitzer E. Weyhe, New-York
42. Renè Paresce . . . . . . .. Landschaft………………..Blei
Italien Besitzer Galerie Lutz, Berlin

I. Lovis Corinth . . . . . . . Jüngstes Gericht . . Original-Radierung
II. Max Beckmann . .. . .Frauenbildnis . . . . .Original-Holzschnitt
III. Rudolf Großmann . . . . .Der Tanz . . . . . . . . .Original-Radierung
IV. Paul Klee. . . . . . . . . .. . . Der Seiltänzer. . . . . Original-Steindruck
V. Felix Meseck . .. . . .. .Landschaft. . .. . . . Original-Radierung
VI. Erich Heckel . . . . . . .. . . Idyll. . . . . . . . . . . .Original-Holzschnitt

 

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